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POLIFLUR

Eine künstlerische Arbeit im Prozess.

 

 

Der Arbeitsablauf: Auf einer Wiese zwischen einem Landschaftspark und einem Kulturgarten wird auf ca. 1/3 der Fläche im Zentrum der Wiese ein quadratisches Raster abgesteckt.

 

Innerhalb der Rasterflächen wird ein Ornament aus Kreisen definiert.

Diese Kreise (Durchmesser 75-115cm) werden mit Stroh, Pappscheiben und Lehm bedeckt.

 

Unter diesen Scheiben geht durch Lichtmangel die Vegetation zurück, so daß innerhalb der Wiese viele runde ?Leerstellen? entstehen. Auf diesen wächst zunächst nichts, da der aufgeschüttete Lehmboden für Pflanzen keine günstigen Vorraussetzungen bietet.

 

Einige Monate später ist das Gras sehr hochgewachsen. Das abgesteckte Raster wurde von uns gemäht, Die runden ?Löcher? wurden dann mit zusätzlichem Lehm zu kleinen Hügeln aufgeschüttet, die an überdimensionierte Maulwurfshügel erinnern. So entsteht eine versteckte, strukturierte, ornamenthafte Hügellandschaft, die den Blick des Betrachters leicht irritieren soll. Man kann die Intervention nicht auf den ersten Blick zuordnen und fragt sich, ob es Spuren einer landwirtschaftlichen Nutzung sind, dies eine künstlerische Arbeit ist, oder ob da womöglich eine ganze Maulwurfkolonie am Werk war.

 

Die abgesteckte Fläche muß, um ihre Gestalt zu bewahren vor allem durch Mähen und weitere Erdaufschüttungen weiter bewirtschaftet werden.
Die Arbeit poliflur stellt dabei einen unausformulierten Übergangszustand im Bezug auf die mögliche Nutzung und auf die mögliche Interpretation dar und reflektiert dabei die ursprünglichen Gegebenheiten des Standorts Steinhöfel: Landwirtschaftsbetrieb, Produktionsgärtnerei und nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltete Parkanlage.
Das kulturhistorisch prägende Bild der Blütezeit dieser Parkanlage, die ?ornamented farm? als Konzept der Bewirtschaftung großer, privater landwirtschaftlicher Güter, stellte die bedeutenste landschaftsästhetische Innovation ihrer Zeit dar.
Wir möchten mit der Arbeit u.a. deutlich machen, daß Wahrnehmung auf Vermutung beruht und mit vorangegangen (Seh-) Erfahrungen zu tun hat. Im Außenraum hat eine vermeintlich natürliche Begebenheit oft aber einen kulturellen Hintergrund. Die ursprüngliche Absicht oder auch das Mißlingen dieser Absicht begründen das vorgefundene Landschaftsbild.
Wenn sie nicht weiter bewirtschaftet wird, wird die Arbeit poliflur im Laufe der Zeit von der Natur wieder zurückerobert und kann gegebenenfalls für andere Projekte weiterverwendet werden. 2006-07

realisiert bei LandKunstLeben e. V. Steinhöfel/Brandenburg www.landkunstleben.de.

siehe dazu auch www.xpoliflur.de